Kommentare mieten fürs Examen

Im September ist es dann auch schon so weit: Die schriftlichen Examensprüfungen stehen für mich an. Das heißt dann zwei Wochen vollgestopft mit Stress und psychischem Druck. Das vor allem, weil man als Jurist wenn, dann an diesen Klausuren scheitert. Die stundenlange mündliche Prüfung, welche drei Monate später ansteht (so man denn die schriftlichen Prüfungen halbwegs erfolgreich hinter sich gebracht hat), ist, verglichen mit der Klausurenphase, lächerlich. Seltenst ist bekannt geworden, dass jemand, der das schriftliche Examen in der Tasche hatte, aufgrund der mündlichen Prüfung das Staatsexamen nicht bestanden. hätte (mir ist kein einziger Fall bekannt).

Laut meinem Prüfungskommissionsvorsitzenden vom ersten Staatsexamen ist es in seiner zwanzigjährigen Prüfungstätigkeit für das GJPA überhaupt erst einmal vorgekommen, dass ein Kandidat überhaupt “runtergepunktet” wurde. Das, so meinte er, lag allerdings vor allem daran, dass er jede an ihn gestellte Frage mit Inbrunst falsch beantwortet und diese dann bis aufs Blut verteidigt hatte.

 

Ältere Ausgaben für die Zeit des Referendariats

Zu den schriftlichen Klausuren sind im Gegensatz zum ersten Examen Kommentare zugelassen, wobei man sich schon während des Referendariats angewöhnen sollte, mit ihnen zu arbeiten, was ich jedoch auch des Öfteren vernachlässige. Während des Refs reicht es dabei, wenn man ältere Ausgaben der Kommentare parat hat. Diese kann man sich entweder über eBay und Konsorten preiswert schießen, oder sich für die Zeit der AG, bzw. den Klausuren in der gerichtseigenen Bibliothek gegen eine Unterschrift ausleihen. Dort sollte man auch gegebenenfalls anfragen, ob eine ältere Ausgabe der Kommentare vorhanden und zu verkaufen ist. Oft bekommt man die (Vor-) Vorauflage eines Kommentars zu einem Bruchteil des Originalpreises (Ich habe beispielsweise für die Vorauflage des Palandts damals 10 Euro bezahlt).

 

Aktuelle Exemplare fürs Examen

Für die Examensklausuren sollte man jedoch wenn möglich auf die aktuellen Ausgaben der Kommentare zurückgreifen können. Da diese einem nicht gestellt werden, hat man entweder die Möglichkeit, sich jeweils ein Exemplar zu kaufen, was nicht nur unsinnig ist, da man nach dem zweiten Staatsexamen diesbezüglich eher mit immer aktuell gehaltenen juristischen Datenbanken arbeiten wird, sondern auch ins vielleicht nicht im Überfluss vorhandene Geld geht. Wer sich mal den Preis des Palandt* oder Meyer-Goßner* anschaut, wird sich ungefähr vorstellen können, wo preislich die Reise hingeht.

Eine immernoch nicht ganz billige, aber deutlich preiswertere Möglichkeit, aktuelle Kommentare im Examen dabei zu haben, ist zum Beispiel der Service des Anbieters Juristenkoffer. Ja es gibt noch viele andere Anbieter, aber da ich mich für diesen entschieden habe will ich das an dieser Firma als Beispiel erklären.
Hier bekommt man für 100 Euro eine aktuelle Ausgabe der in den Klausuren zugelassenen Kommentare (auf Wunsch ohne Aufpreis im Koffer – ich hoffe damit ist so eine Art Trolley mit Rollen gemeint) zugeschickt, die man für die Examenszeit benutzen kann.

Dabei lohnt es sich in seiner eigenen Referendargruppe herumzufragen, ob noch andere dieses Angebot wahrnehmen möchten, da ab einer Anzahl von 10 Referendaren pro Gruppe der Preis von 100 auf 90 Euro sinkt.

Nicht geschenkt, aber ich denke, das wird für viele der günstigste Weg an aktuelle Kommentare sein.

 

Anbieter

Es gibt natürlich auch Konkurrenten zu diesem Angebot. Eine Google-Suche mit den Worten “Kommentare mieten” förderte nicht nur z. B. examenskommentare.de zutage. Deren Angebot geht laut Startseite zwar schon ab 75 Euro los, wie man sich dann aber in der Übersicht erlesen kann, gilt dies nur, wenn man über ein Jahr vor dem Examenstermin bereits bestellt und insgesamt eine Gruppe von zehn Leuten ist. Liegt man zeitlich darunter, so latzt man 99 Euro. Abzüglich des etwaigen Gruppenrabatts von 5% kommen beide Anbieter im Großen und Ganzen auf denselben Preis.
Wie oben aber bereits beschrieben, diese beiden sind nicht die einzigen Anbieter, wer Interesse, hat kann sich ja diesbezüglich selbst einen Überblick verschaffen, ich selber habe bei Juristenkoffer.de zugegriffen, weil ich von verschiedenen Seiten positive Erfahrungsberichte gehört habe.

Und auch hier wieder der Disclaimer:
Nein, ich bekomme von den hier angesprochenen Firmen kein Geld, dass ich über sie schreibe oder diese verlinke. Bei Juristenkoffer hatte ich zwar mal wegen eines Partnerprogrammes angefragt, aber so etwas wird leider nicht angeboten. ;)
Den Post hab ich lediglich geschrieben, um eine Möglichkeit aufzuzeigen, bezahlbar an Kommentare für das Examen zu kommen.

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Von |2016-12-08T21:50:49+00:00März 24th, 2013|Allgemein, Blog|0 Kommentare

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