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Datenschutz in Vereinen und e.V. – Ein Leitfaden für Vorsitzende und Gründer

Feb. 13, 2025

Datenschutz

Datenschutz ist für Vereine eine essenzielle, aber oft herausfordernde Aufgabe, die mit hohen Anforderungen und Risiken verbunden ist. Mitgliederlisten, Spenderdaten, Teilnehmerregistrierungen – all diese Informationen müssen DSGVO-konform verarbeitet werden. Verstöße können zu Abmahnungen, hohen Bußgeldern und Vertrauensverlust führen.

Vereinsvorsitzende und Gründer tragen eine besondere Verantwortung, denn sie haften für Datenschutzverstöße.

Unsere Kanzlei hat bereits zahlreiche Vereine, auch in der Gründungsphase, erfolgreich beraten und unterstützt sie dabei, Datenschutz korrekt umzusetzen. Ein professioneller Datenschutz schützt nicht nur vor rechtlichen Konsequenzen, sondern trägt auch zur Vertrauensbildung bei Mitgliedern und Unterstützern bei.

 

Warum Datenschutz für Vereine wichtig ist

Vereine verarbeiten eine Vielzahl personenbezogener Daten: Namen, Adressen, Bankverbindungen für Mitgliedsbeiträge oder Gesundheitsdaten bei Sport- und Sozialvereinen, sowie hochsensible Daten z.B. in Cannabis Social Clubs (CSCs).

Die DSGVO verpflichtet dazu, diese Daten sicher zu verwalten und nur für den vorgesehenen Zweck zu nutzen. Verstöße können nicht nur finanzielle, sondern auch rechtliche Folgen haben, beispielsweise Abmahnungen durch Datenschutzbehörden oder Klagen von betroffenen Personen.

Datenschutz ist zudem ein Qualitätsmerkmal, das Mitglieder und Förderer von der Seriosität eines Vereins überzeugt.

 

Rechtliche Grundlagen: DSGVO und BDSG im Vereinswesen

Auch Vereine müssen sich an die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) und das Bundesdatenschutzgesetz (BDSG) halten. Die DSGVO regelt europaweit den Umgang mit personenbezogenen Daten und stellt strenge Anforderungen an deren Verarbeitung, Speicherung und Weitergabe. Das BDSG ergänzt die DSGVO durch spezifische nationale Vorschriften.

Besondere Pflichten bestehen bei der Verarbeitung sensibler Daten, beispielsweise Gesundheitsinformationen oder politische Meinungen. Jeder Verein sollte sich regelmäßig über rechtliche Neuerungen informieren, um Bußgelder und rechtliche Auseinandersetzungen zu vermeiden.

 

Pflichten für Vereinsvorsitzende und Vorstände

Datenschutz beginnt mit klaren internen Regeln. Jeder Verein benötigt ein Datenschutzkonzept, das den Umgang mit Mitgliederdaten definiert. Vorstände sind verpflichtet, Mitglieder über die Verarbeitung ihrer Daten aufzuklären, beispielsweise durch eine Datenschutzerklärung.

„Ist kein Datenschutzbeauftragter bestellt geht die Verantwortung und Haftung auf den Vereinsvorstand über.“

Einwilligungen z.B. für die Nutzung von Fotos oder die Weitergabe von Kontaktdaten an andere Mitglieder müssen nachweisbar eingeholt werden. Datenschutzrichtlinien und vom Gesetzgeber geforderte Dokumentationen sollten regelmäßig, zumindest einmal jährlich, überprüft und an neue gesetzliche Vorgaben angepasst werden.

 

Wann muss ein Datenschutzbeauftragter bestellt werden?

Vereine müssen einen Datenschutzbeauftragten (DSB) bestellen, wenn sie regelmäßig und systematisch personenbezogene Daten verarbeiten und dabei mindestens 20 Personen mit der Datenverarbeitung betraut sind.

Auch wenn sensible Daten wie Gesundheitsinformationen oder Mitgliederdaten besonderer Kategorien verarbeitet werden, ist ein DSB unabhängig von der Anzahl der verarbeitenden Personen erforderlich.

Wird kein Datenschutzbeauftragter bestellt, obwohl dies notwendig wäre, drohen empfindliche Strafen durch Datenschutzbehörden, darunter Bußgelder und Anordnungen zur sofortigen Nachbesserung. Ein interner DSB kann jedoch auch hohe Kosten verursachen, wenn er entsprechend geschult und regelmäßig fortgebildet werden muss.

Mitgliederversammlung

Praktische Umsetzung für Vereine

Die Einhaltung des Datenschutzes im Vereinsalltag ist entscheidend.

Beispielsweise sollten sensible Daten sollten nur verschlüsselt oder passwortgeschützt gespeichert werden. Der Zugriff auf Mitgliederdaten muss auf wenige Verantwortliche beschränkt bleiben. Auch bei der Kommunikation per E-Mail oder Messenger sind Datenschutzvorgaben zu beachten: WhatsApp ist problematisch, da Daten in die USA übermittelt werden, auch hierfür gibt es aber pragmatische Lösungen.

Zusätzlich sollten Vereinsmitglieder über ihre Datenschutzrechte aufgeklärt werden, um Transparenz und Vertrauen zu gewährleisten.

 

Datenschutz bei Veranstaltungen und Mitgliederversammlungen

Viele Vereine nutzen Veranstaltungen zur Öffentlichkeitsarbeit, doch auch hier gilt Datenschutz.

„Fotos und Videos von Mitgliedern dürfen grundsätzlich nur mit deren Einwilligung veröffentlicht werden.“

Teilnehmerlisten sollten nach der Veranstaltung gelöscht oder anonymisiert werden. Werden externe Dienstleister für die Organisation von Events oder die Verwaltung von Mitgliederlisten eingesetzt, ist ein sogenannter Auftragsverarbeitungsvertrag erforderlich, um die DSGVO-Konformität sicherzustellen. Auch bei Online-Meetings ist auf datenschutzkonforme Anbieter zu achten, um Sicherheitslücken zu vermeiden.

 

Datenschutzverstöße und ihre Konsequenzen

Fehlender Datenschutz kann für Vereine teuer werden. Ein unangenehmes Beispiel ist der Fall eines Sportvereins, der wegen unsachgemäßer Speicherung von Mitgliederdaten mit einem Bußgeld von 10.000 Euro belegt wurde.

Solche Strafen zeigen, dass Datenschutzverstöße nicht nur finanzielle, sondern auch rufschädigende Konsequenzen haben können. Die Datenschutzbehörden verhängen empfindliche Strafen, wenn Vereine gegen die DSGVO verstoßen.

„Ein häufiges Problem sind ungesicherte Mitgliederlisten oder unzulässige Newsletter ohne Einwilligung der Empfänger.“

Kommt es zu einem Datenleck, muss der Verein dies den Behörden melden und ggf. auch betroffene Mitglieder informieren. Hierbei sollte man aber niemals vorschnell selber aktiv werden, sondern immer den Datenschutzbeauftragten mit ins Boot holen! Proaktive Maßnahmen und regelmäßige Schulungen können helfen, Risiken zu minimieren.

 

Unsere Unterstützung als externer Datenschutzbeauftragter

Unsere Kanzlei bietet sich als externer Datenschutzbeauftragter für Vereine an.

Die Kosten für eine externe Datenschutzberatung variieren je nach Umfang der Dienstleistungen, beginnen jedoch häufig bei einer niedrigen monatlichen Pauschale oder einem individuell vereinbarten Honorar. Diese Lösung ermöglicht Vereinen eine günstige DSGVO-konforme Betreuung, ohne eigene Ressourcen für die Schulung oder Beschäftigung eines internen Datenschutzbeauftragten aufbringen zu müssen.

Dies bringt viele Vorteile: Ein externer DSB sorgt für professionelle Umsetzung der DSGVO, ohne dass vereinsinterne Ressourcen gebunden werden.

„Ein wichtiger Faktor ist die Haftungsauslagerung.“

Wir übernehmen die laufende Überwachung der Datenschutzprozesse, erstellen erforderliche Dokumentationen und schulen Mitglieder und Vereinsvorstände. Zudem können wir als Ansprechpartner für Datenschutzbehörden und betroffene Mitglieder fungieren, was Vereine vor rechtlichen Auseinandersetzungen schützt.

Ein externer DSB kann für Sie eine kosteneffiziente Lösung sein, da keine zusätzlichen Schulungen oder interne Ressourcen gebunden werden müssen.

Datenschutz ist keine Option, sondern eine Pflicht für alle Vereine.

Wer frühzeitig die richtigen Maßnahmen ergreift, schützt nicht nur sich selbst vor rechtlichen Konsequenzen, sondern stärkt auch das Vertrauen seiner Mitglieder.

Unsere Anwaltskanzlei steht Ihnen mit umfassender Erfahrung im Vereinsdatenschutz zur Seite – von der Gründung bis zur laufenden Beratung. Durch den Einsatz eines externen Datenschutzbeauftragten können Vereine sich auf ihre eigentlichen Aufgaben konzentrieren und gleichzeitig die Einhaltung der DSGVO sicherstellen.

Lassen Sie sich von uns unterstützen, damit Ihr Verein sicher und rechtssicher aufgestellt ist.

Möchten Sie eine individuelle, rechtliche Unterstützung für Ihren Verein?

 

Kontaktieren Sie uns für eine kostenlose und unverbindliche Erstberatung!

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FAQs – Häufig gestellte Fragen

Braucht jeder Verein einen Datenschutzbeauftragten?

Nein, nur wenn regelmäßig sensible Daten verarbeitet werden (Sportvereine, Gesundheitsdaten, Sozialbereich, CSCs) oder der Verein mehr als 20 Personen mit der Datenverarbeitung beschäftigt.

Dürfen wir Mitgliederlisten an andere Mitglieder weitergeben?

Grundsätzlich nur mit jeweils ausdrücklicher Einwilligung der betroffenen Personen.

Wie lange dürfen wir Mitgliederdaten speichern?

Daten sollten nur so lange gespeichert werden, wie sie für den Vereinszweck notwendig sind. Nach Austritt müssen sie gelöscht oder anonymisiert werden. Eine strenge Regelung der Zugriffsberechtigungen ist hierbei vorgeschrieben.

Müssen wir auf unserer Vereinswebseite eine Datenschutzerklärung haben?

Ja, jede Webseite, die personenbezogene Daten verarbeitet, benötigt eine Datenschutzerklärung, ein rechtssicheres Impressum, sowie Einwilligungen so bald Cookies eingesetzt werden.

Dürfen wir Fotos von Vereinsveranstaltungen ohne Einwilligung veröffentlichen?

In der Regel nicht, es sei denn, es handelt sich um öffentliche Veranstaltungen oder Personen haben vorher zugestimmt. Hierbei ist die Form der Einwilligungserklärung entscheidend.

Sind WhatsApp-Gruppen für die Vereinskommunikation erlaubt?

WhatsApp speichert Daten auf US-Servern, was problematisch sein kann. Hierfür gibt es aber datenschutzrechtliche Lösungen, damit Sie weiterhin WhatsApp nutzen können.

Was tun bei einer Datenschutzbeschwerde durch ein Mitglied?

Die Anfrage ernst nehmen, rechtlich durch Ihren Datenschutzbeauftragten oder Anwalt prüfen lassen und zügig innerhalb der gesetzlichen Frist reagieren, um Sanktionen zu vermeiden.

Können wir externe Dienstleister (z. B. für Mitgliederverwaltung) nutzen?

Ja, aber nur mit einem sogenannten Auftragsverarbeitungsvertrag, der die Einhaltung der DSGVO sichert.

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